Festkommers

Festkommers am 10.05.2014

Engelrod (hg). Die Freiwillige Feuerwehr Engelrod erfuhr jetzt im Rahmen ihrer 90-Jahrfeier erneut wieder große Anerkennung und Wertschätzung. Im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus würdigten zahlreiche Festredner aus Politik, Vereinen und Verbänden das Engagement der Mitglieder um den Vereinsvorsitzenden Edelbert Volp und Wehrführer Michael Merschrod. Auch zahlreiche Abordnungen befreundeter Wehren dokumentierten ihre enge Verbundenheit zur Jubiläumswehr. Beim abwechslungsreich gestalteten Festkommers, bei dem die acht fesche Festdamen den jeweiligen Festgästen Erinnerungsmedaillen überreichten, wurden Beförderungen und Ehrungen ausgesprochen sowie die Ideen der einstigen Gründungsmitgliedern gewürdigt.

„In Engelrod ist seit 90 Jahren nicht nur die Brandsicherheit gewährleistet, auch nimmt die Freiwillige Feuerwehr als Verein und Kulturträger im dörflichen Miteinander einen ganz wichtigen Platz ein“, so brachte Feuerwehrvereinsvorsitzender Edelbert Volp, der auch durch das Programm führte, eingangs das Engagement der Jubiläumswehr auf einen Nenner. Im Beisein von Ehrenwehrführer Adalbert Berck, Ludwig Rahn und Ehrengemeindebrandinspektor Alfred Lang müssten heutzutage sich die Feuerwehren nicht nur um die Brandbekämpfung wie vor 90 Jahren kümmern, das Aufgabengebiet habe sich mit neuen Gefahren und wie Autos oder neuen Materialien sowie Chemikalien und Kunststoffen grundlegend gewandelt, versicherte Schirmherr Bürgermeister Heiko Stock. Die Einsatzkräfte müssten daher anders ausgestattet sein – mit technischem Gerät und zum eigenen Schutz im Hinblick auf Schutzausrüstung und Atemschutz. „Wenn wir uns die Lautertaler Feuerwehren betrachten, dann fällt auf, dass der Engelröder Verein der älteste darstellt. In Zeiten der ersten Demokratie auf deutschem Boden hat man sicherlich erkannt, dass sich ein Freiwilliger mit ganz anderem Engagement der Aufgabe stellt, als wenn es verordnet wird“, stellte der Bürgermeister deutlich weiter fest. „Sie haben sich gerne der Pflicht unterworfen, pausenlos und unbezahlt rufbereit zu sein, um andere zu retten sowie unter Einsatz des eigenen Lebens zu helfen“,, stellte, das Gemeindeoberhaupt klar. „Sie alle leisten einen gefahrenvollen Dienst mit hoher Belastung, dafür muss immer wieder Dank ausgesprochen werden“, rief Stock allen Aktiven zu. Die Gemeinde wisse, wie wichtig die Ausstattung der Feuerwehren sei, von daher habe die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren viel investiert und die Gerätehäuser auf einen guten baulichen Zustand gebracht. Als nächstes müsse man sich der Aufgabe stellen, die vorhandenen Fahrzeuge der zweiten Generation auszutauschen. Für den Standort Engelrod sei ein entsprechender Antrag gestellt und die benötigten Finanzmittel seien für den Haushalt 2015 vorgesehen. Stock gratulierte der Jubiläumswehr auch namens des Lautertaler DRK sowie der CDU und der UBG.

Pfarrer Thorsten Backwinkel-Pohl verwies bei seinem Rückblick darauf, dass die Freiwillige Feuerwehr Engelrod laut Chronik am 16. November 1924 in eine „Freiwillige“ Feuerwehr im Beisein des Kreisfeuerwehrinspektors Bechthold statutenmäßig umgewandelt wurde, nachdem sich die Feuerwehrmänner einstimmig für die Freiwilligkeit ausgesprochen hatten. Die Gemeinde erklärte sich darauf hin bereit, Paradenanzug und Ausrüstung zu beschaffen. Der seitherige Kommandant der Pflichtfeuerwehr, Karl Möller, leitete die Wehr weiter, allerdings war es Möller nur kurz beschieden, dieses Amt weiter zu begleiten, denn er starb nur ein Jahr später, sein Nachfolger wurde Georg Karl, der die Wehr bis zum Jahre 1938 leitete. Im Jahre 1946 übernahm dann August Stertz die Führung der Wehr, elf Jahre später folgte ihm Walter Spöhrer, der sein Amt im Jahre 1973 an Adalbert Berck abgab. Von 1983 bis 1984 war Otto Schaaf als Wehrführer verantwortlich, ihm folgte dann Ludwig Rahn, der bis 1998 der Wehr vorstand und mit 24-jähriger Tätigkeit der längste Wehrführer Engerlods darstellte. Seit 2008 zeichnet Michael Merschrod als Wehrführer für die Einsatzabteilung verantwortlich. Chronist Backwinkel-Pohl erinnerte daran, dass die Wehr im Jahre 1931 ihre erste Motorspritze erhielt und während des Krieges bis Anfang der 50er Jahren Engelröder Frauen innerhalb der Einsatzabteilung mit aktiv waren. 1953 habe es neue Uniform gegeben, man sei innerhalb der Wehr dann auch kulturell mit Theateraufführungen, Familienabenden und Ausflügen aktiv gewesen. In den 70er und 80er Jahren habe die Jubiläumswehr des öfteren bei Hochwasser mit eingreifen müssen, 1993 seien mit eigenen Mitteln 30 Einsatzanzüge angeschafft worden. 1995 sei eine Jugendwehr ins Leben gerufen worden, Dank gelte nicht nur allen Aktiven, auch müsse Gott gedankt werden, dass bei den vielen Einsätzen niemand zu Schaden gekommen sei, versicherte der Pfarrer abschließend.

Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland, der auch Glückwünsche seines anwesenden Stellvertreters Hubert Helm sowie Landrat Görig überbrachte, sagte, dass neun Jahrzehnte Feuerwehrgeschichte in Engelrod auch ein Stück Tradition darstelle. Die Aufgaben der Wehren seien heute vielfältiger und umfangreicher geworden, von daher müssten die Wehren bestens ausgerüstet und auch die Aktiven gut geschult sein. Holland würdigte die Einsatzbereitschaft der Aktiven und versicherte, dass auch der Kreisfeuerwehrverband gut „gefüllt und abwechslungsreich“ aufgestellt sei, wie auch die Engelröder Wehr, die einen vorzüglichen Ruf genieße. Der Kreisbrandinspektor zeichnete Matthias Kreis und Achim Hansel mit silbernen Ehrennadeln des Kreisfeuerwehrverbandes aus. Die gleiche Auszeichnung in Gold gab es für Bernd Heinbach, Berthold Köhler sowie für Rudolf und Werner Habicht. Herbert Habicht wurde vom Feuerwehrverein zum Ehrenmitglied ernannt.

Gemeindebrandinspektor Klaus Köhler gratulierte für alle Lautertaler Feuerwehren und sprach sich für den weiteren Erhalt aller Ortsteilwehren aus. Der Engelrröder Wehr sprach er hinsichtlich ihrer Leistungsstärke großes Lob aus, diese sei gut aufgestellt. Zusammen mit einem Stellvertreter Fabian Schleuning beförderte Köhler Christoph Hansel zum Oberfeuerwehrmann, Thobias Greb und Marcel Urban wurden zu Hauptfeuerwehrmännern befördert. Michael Hofmann wurde von Bürgermeister Heiko Stock zum Oberlöschmeister ernannt. Ortsvorsteher Erwin Stertz würdigte ebenso das Wirken der Jubiläumswehr, die auch in Engelrod ein unverzichtbarer Partner darstelle. Während für die Lautertaler SPD Erwin Roth gratulierte, sicherte Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel den Wehren die volle Unterstützung seitens des Landes Hessen zu. Das Land stehe jederzeit an der Seite der Wehren. Glückwünsche überbrachten noch die Jagdgenossenschaft durch Rüdiger Rausch, der Turnverein durch Reinhold Schaaf sowie Karl-Heinz Hansel für den Männergesangverein, Brieftaubenzuchtverein Engelrod-Lanzenhain und der RK Lautertal sowie die Feuerwehr Eifa. Alle 18 anwesenden Wehrführer oder Stellvertreter auswärtigen Wehren durften dann noch jeweils ein Gastgeschenk in Form einer Erinnerungsmedaille entgegennehmen.

Für gesangliche Unterhaltung sorgte der gastgebende Männergesangverein „Eintracht“ unter der Leitung von Werner Waldeck. Die beiden vorgetragenen Lieder unter Gitarrenbegleitung von Edelbert Volp „An Tagen wie diesen“ und „Über sieben Brücken“ spiegelten den gelungenen Festkommers bestens wieder.

 

Beförderungen: Fabian Schleuning, Klaus Köhler und Bürgermeister Heiko Stock ernannten Christoph Hansel, Thobias Greb, Michael Hofmann und Marcel Urban (von links) zu Ober- und Hauptfeuerwehrmännern sowie Oberlöschmeister

 

 

Verbandsehrungen: Matthias Kreis (ab 3. von rechts) und Achim Hansel wurden mit silbernen Ehrennadeln des Kreisfeuerwehrverbandes sowie Werner- und Rudolf Habicht und Berthold Köhler mit goldenen Ehrennadeln von Kreisbrandinspektor Sven Holland ausgezeichnet. Dazu gratulierten Wehrführer Michael Merschrod und sein Stellvertreter Michael Seling (von links) sowie Vereinsvorsitzender Edelbert Volp und sein Stellvertreter Peter Klausing (von rechts).

 

 

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Vereinsehrungen: Herbert Habicht (Mitte) wurde von Edelbert Volp (rechts) und Peter Klausing zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt.

Foto: Henning